Funktionsweise und Anforderungen verschiedener Inhalationsarten bei E-Zigaretten
Untersuchungen, wie beispielsweise ein Artikel des Ärzteblatts, thematisieren die Rolle von E-Zigaretten im Kontext der Tabakprävention. In diesem Zusammenhang wird von Teilen der Ärzteschaft ein Richtungswechsel in der Präventionspolitik gefordert. Fachpublikationen und Studien zu E-Zigaretten befassen sich mit der Nutzung elektrischer Vaporisatoren als Alternative zu Tabakprodukten. Voraussetzung für die technische Verwendung sind Kenntnisse über die Funktionsweise sowie die verschiedenen Zugtechniken, da sich diese von der Handhabung herkömmlicher Tabakzigaretten unterscheiden. Die Berücksichtigung technischer Parameter und die Vermeidung häufiger Anwendungsfehler sind für den bestimmungsgemäßen Betrieb relevant. Im Folgenden werden die technischen Merkmale der Inhalationsverfahren bei E-Zigaretten und Tabakzigaretten erläutert.
Technische Merkmale der Inhalationsverfahren
Elektrische Zigaretten unterscheiden sich technisch grundlegend von Tabakzigaretten, da kein Verbrennungsprozess stattfindet, sondern ein Verdampfungsprozess erfolgt. Während bei der Verbrennung von Tabak eine Vielzahl von Schadstoffen entsteht, basiert die Funktion der E-Zigarette auf der Erhitzung von Flüssigkeiten. Details zu Funktion & Aufbau der E-Zigarette zeigen die Unterschiede in der Wirkungsweise auf. Auch bei der Auswahl der Aromen bestehen Differenzen: Während Tabakzigaretten geschmacklich limitiert sind, steht bei der Verwendung von Liquids eine Vielzahl an Varianten zur Verfügung. Wissenschaftliche Auseinandersetzungen, etwa zum Inhaltsstoff Diacetyl, sind Bestandteil der Sicherheitsbewertungen von Inhaltsstoffen.
Die Wahrnehmung von Aromen erfolgt primär über das Riechepithel in der Nasenhöhle. Während bei herkömmlichen Zigaretten die Inhalation und Exhalation meist über den Mund erfolgt, ist bei der Verwendung von E-Zigaretten die Passage des Dampfes durch die Nasenwege für die differenzierte Wahrnehmung der Aromakomponenten relevant.
Ein wesentlicher Unterschied liegt in der Aufnahme von Nikotin. Bei Tabakzigaretten liegt Nikotin in einer Form vor, die eine schnelle Aufnahme durch den Organismus ermöglicht. In Liquids ist das Nikotin gelöst und wird über den beim Erhitzen entstehenden Dampf transportiert. Die Aufnahme über die Lunge erfolgt zeitverzögert, weshalb die Zugfrequenz bei E-Zigaretten im Vergleich zur Tabakzigarette oft langsamer und kontinuierlicher gestaltet wird.
Technische Auswirkungen der Zugfrequenz
Die zeitverzögerte Nikotinaufnahme ist ein technisches Merkmal von E-Zigaretten. Während bei Tabakzigaretten oft kurze, kräftige Züge erfolgen, erfordern E-Zigaretten eine gleichmäßige Inhalation. Eine zu hohe Zugintensität oder eine falsche Technik können zu mechanischen Beeinträchtigungen oder physischen Reaktionen führen:
- Trockenheitsgefühl im Mundraum
- Kopfschmerzen
- Leichte Übelkeit
Ein Trockenheitsgefühl im Mundraum kann durch hygroskopische Eigenschaften bestimmter Inhaltsstoffe in Liquids begünstigt werden. Dieser Effekt kann durch eine moderate und gleichmäßige Zugfrequenz sowie eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr minimiert werden. Symptome wie Kopfschmerzen oder Übelkeit können bei einer zu hohen Nikotinzufuhr auftreten, wenn die Inhalationsdauer nicht an die verzögerte Wirkung angepasst wird.
Varianten der Inhalationstechniken
Die Inhalationstechniken bei E-Zigaretten werden primär in zwei Kategorien unterteilt: Backendampfen (MTL) und Lungendampfen (DL). Eine weitere Variante ist das Sub-Ohm-Dampfen, welches für die Produktion größerer Dampfmengen ausgelegt ist. Die Wahl der Technik beeinflusst die Wahrnehmung der Aromen sowie die Menge des inhalierten Dampfes.
Backendampfen – MTL (Mouth-to-Lung)
Beim Backendampfen wird der Dampf zunächst im Mundraum gesammelt und anschließend in die Lunge inhaliert. Dieser Vorgang ermöglicht eine Verteilung des Dampfes in der Nasenhöhle zur sensorischen Erfassung der Aromen. Diese Technik erfordert einen höheren Zugwiderstand, der über die Airflow-Control des Verdampfers reguliert wird. Für dieses Verfahren sind E-Zigaretten mit entsprechendem Widerstand geeignet.
Merkmale des Backendampfens:
- Fokus auf sensorische Aromenwahrnehmung
- Betrieb meist im Widerstandsbereich zwischen 0,6 und 2,0 Ohm
- Geringere Dampfmenge pro Zug
Lungendampfen – DL (Direct-to-Lung)
Beim Lungendampfen wird der Dampf direkt in die Lunge inhaliert. Dieses Verfahren wird häufig bei Geräten angewendet, die für eine hohe Dampfproduktion ausgelegt sind. Da der Dampf den Mund- und Nasenraum schneller passiert, ist die sensorische Wahrnehmung der Aromen im Vergleich zum MTL-Verfahren oft verändert. Zur Kompensation wird häufig eine größere Dampfmenge inhaliert. Ein geringer Zugwiderstand ist hierbei technisch erforderlich, was über eine weit geöffnete Airflow-Control erreicht wird. Das DL-Verfahren ist die Basis für den Betrieb im Sub-Ohm-Bereich (Widerstände ≤ 1,0 Ohm).
Merkmale des Lungendampfens:
- Höhere Dampfproduktion und -dichte
- Direkte Inhalation
- Geringer technischer Zugwiderstand
Technische Hinweise zur Handhabung
- Steuerung der Energieabgabe: Es wird empfohlen, den Feuerknopf kurz vor Beendigung des Inhalationsvorgangs loszulassen. Dies verhindert das Verbleiben von Restdampf im Gehäuse, welcher kondensieren und zu Undichtigkeiten führen könnte.
- Vorbereitung der Verdampfereinheit: Ein kurzes Betätigen des Feuerknopfes vor der Inhalation ermöglicht ein gleichmäßiges Erhitzen der Wicklung (Coil), was die Konsistenz der Dampfproduktion unterstützt.
- Inhalationsgeschwindigkeit: Eine gleichmäßige und langsame Inhalation wird für den Betrieb elektrischer Vaporisatoren empfohlen. Das Backendampfen (MTL) gilt technisch als das Verfahren, das für den Übergang von Tabakprodukten häufig genutzt wird.
- Exhalation: Die Exhalation durch Mund und Nase unterstützt die sensorische Erfassung der im Liquid enthaltenen Aromen.





